Watoto - Makuti Dächer

Neue Makuti Dächer für LPS und MAS


Das Jahr 2009 endete für Mekaela Academies mit einem Knall. Das lag nicht am Feuerwerk zu Silvester, sondern an der Zusage von Ian McNair-Brown und Nick Finegold, für die Erneuerung aller Dächer der MAS und der LPS zu sorgen. Die Hilfe von Ian und Nick kam genau zur richtigen Zeit, denn kurz vor der Regenzeit Ende April wurden die Dächer fertig. Und anders als in den drei Jahren zuvor hatten wir dieses Jahr eine Regenzeit, die ihren Namen auch verdiente. Es regnete teilweise stundenlang, über mehrere Tage hinweg. Ein Segen für die Farmen an der Südküste (auch für unsere), aber ohne Ian und Nick hätten unsere Kinder wohl sprichwörtlich im Regen gestanden.

Wir haben das Geschehen in Bildern festgehalten.

Das Bild, das sich Nick und Ian am 1. Januar 2010 bot, war in der Tat etwas peinlich. Die Makutidächer haben eine Lebenserwartung von 5 bis höchstens 7 Jahren, es war also voraus zu sehen, daß wir demnächst etwas hätten unternehmen müssen. Mit der Zeit schlichen sich immer mehr Löcher in die Dächer ein, bis es wirklich nicht mehr zu ertragen war.

Bei den meisten Dächern hatten wir improvisiert. Anstatt die Flächen aus Makuti zu erneuern, hatten wir Wellblech auf die Spanten genagelt. Das hält auf jeden Fall dicht, selbst für einige Jahre, sieht aber grausam aus. Wie immer gab es halt irgend eine Anschaffung, die wichtiger war als die Erneuerung der Dächer. Dies ist der I-Wing der MAS, das letzte Bild zeigt das Gebäude etwa 6 Wochen später.

Nachdem Ian und Nick uns ihre Spende hatten zukommen lassen, konnten wir mit der Erneuerung beginnen. Weil die Klassenräume während der Schultage gebraucht wurden, konnte nur an den Wochenenden und den kurzen Interimsferien gearbeitet werden. Deswegen dauerte es auch so lange, bis alles fertig wurde.

Weil die Zeit knapp war und die Regenzeit immer näher rückte, arbeiteten bis zu 20 Arbeiter gleichzeitig auf einem Dach. Während ein Trupp die alten Schichten von Makuti entfernten, brachte ein anderer Trupp bereits die neuen Makuti-Schichten an. An sich hätte das ganze Projekt in wenigen Wochen fertig sein können, aber wir hatten einen derart großen Bedarf an Makuti, daß die Flechter mit der Herstellung von Makuti einfach nicht hinterher kamen.

Dazu kamen noch immer wieder einsetzende (aber harmlose) Regenfälle. Am Ende aber saß alles, passte und hatte Luft. Hier das Photo der Klasse 5 der MAS nach der Fertigstellung. Zwischen dem Photo darüber und diesem liegen etwa 2 Wochen.

Die alten Makutidächer finden nach ihrer Demontage keine Verwendung mehr und werden in sicherer Entfernung verbrannt. Das erzeugt nach derzeit gültigen Klimaerwägungen nicht mehr Ausstoß an CO2, als bei ihrer Entstehung als Palmwedel gebunden wurden. Trotz allem Rauch, der dabei entsteht, kann man das als ökologisch korrekt bezeichnen..

Hier sieht man einmal, welche Mengen an Makuti für ein einzigen Dach benötigt werden. Makuti werden aus Palmwedeln hergestellt, die eng zusammen gebundenen werden. Die Makuti-Lagen müssen sich großzügig überlappen, damit das Dach auch wasserdicht wird, daher werden etwa dreimal mehr Quadratmeter an Makuti benötigt, als die Dachfläche tatsächlich ausmacht.

Makutidächer benötigen ein extrem steiles Gefälle. Aufgrund der faserigen Struktur und der unebenen Oberfläche würde Regenwasser nach kurzer Zeit durchsickern, wenn es aufgrund des Gefälles nicht sofort abfließen würde. Die Arbeiter kraxeln hier daher wie in einer Steilwand, um die Lagen zu befestigen. Die Makuti-Lagen werden übrigens mit Seilen aus Palmfasern befestigt, das ist alles Natur.

So sieht das Dach des I-Wings der MAS vom zweiten Bild aus, nachdem alles fertig geworden ist. Es wird jetzt mindestens weitere 5 Jahre halten, und weil wir das Blech darunter belassen haben, werden Löcher in den den nächsten Jahren nicht weiter stören. Natürlich hat Makuti nicht nur Vorteile. Es ist zwar hübsch anzusehen und preiswert in der Anschaffung, aber weil es Natur pur ist, rieseln täglich Palmwedelreste, Staub und allerlei Viecher (tote wie lebendige) vom Dach. Das stört keinen, schließlich wird an der Küste seit Hunderten von Jahren so gebaut.

Wir bedanken uns bei den Arbeitern, die alle Dächer pünktlich vor dem Ende der Ferien und dem Beginn der Regenzeit fertig gestellt haben. Besonders bedanken wir uns bei Ian und Nick, die uns ihre Hilfe spontan und ohne viel Aufsehen haben zukommen lassen. Ahsante, wazee!

 


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